Gefälle für alle Fälle

Expertenmeinung

Bei Flachdächern stellt sich immer wieder die Frage nach der Notwendigkeit respektive nach dem richtigen Gefälle. Aus Sicht der Pilatus Flachdach AG sprechen verschiedenste Faktoren für die professionelle Planung und Integration eines Gefälles.

Das richtige Gefälle erleichtert den Aufbau der einzelnen Schichten jedes Flachdachs. Dank schnellerem Abfluss und der einfacheren Entwässerung werden Trocknungs- und Reinigungsarbeiten vermindert und Schmutzablagerungen verhindert. So ermöglicht das Gefälle vor allem bei Flachdächern mit Gehbelägen in kurzer Zeit die uneingeschränkte Nutzbarkeit der Terrassen nach Niederschlägen.

Ob ein Dachgefälle Sinn macht, fragt sich vor allem, wenn auf dem Dach eine Wasserretention geplant ist. In diesem Fall ist das Gefälle nicht in der Abdichtung auszubilden, sondern die Retention in die Begrünung zu integrieren.

Klare Vorschriften

Gemäss der SIA Norm 271 müssen sämtliche Dächer in der Regel ein minimales Gefälle von 1,5 Prozent aufweisen. Das gilt für Balkone und Terrassen ebenso wie für begehbare und Nacktdächer ohne Schutz- respektive Nutzschicht. Einzuhalten ist ein Gefälle von 1,5 Prozent bei Dächern mit technischen Anlagen wie Monoblöcken, Solaranlagen etc. Zudem muss bei Balkonen und Terrassen das Gefälle grundsätzlich vom Gebäude wegführen – damit wird verhindert, dass Wasser stehen bleibt respektive Schäden an der Fassade verursacht.

2 oder 10 Jahre Garantie

Bei gefällelosen Dächern ist der Abdichtung erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei ist die in der SIA Norm 271 erwähnte Wurzelfestigkeit der Oberlage wesentlich. Zu beachten ist, dass die meisten Hersteller auf eine nur nach EN getestet Oberlage mit EP 5 wf eine Wurzelfestigkeit von lediglich 2 Jahren garantieren. Deshalb ist es mehr als sinnvoll, eine hochwertige, nach FLL getestete Oberlage zu verwenden (z.B. Bauder SMARAGD, Bauder KARAT). Denn beim FLL-Test wird das Material unter besonders harten Bedingungen fünf Jahre lang geprüft: Auf diese hochwertigen Bahnen geben die meisten Hersteller als Konsequenz eine zehnjährige Materialgarantie.

Anforderungen an Material

Gefälle können auch mittels Unterkonstruktion oder Wärmedämmung gebildet werden. Bei Dächern mit Gefällen von weniger als 1,5 Prozent sind unterschiedliche Punkte zu beachten. So muss die Dampfbremse als Bauzeitabdichtung ausgeführt werden – mit einer minimalen Dicke von 3mm bei bituminösen Werkstoffen. Bei Unterkonstruktionen aus Trapezblech beträgt die Dicke der Bauzeitabdichtung minimal 5mm. Trapezbleche mit einem oberen Rippenabstand von über 90mm brauchen eine zusätzliche Verlegehilfe. Für bituminöse Abdichtungen ist die zweite Lage mindestens 5.0mm dick und wurzelfest zu planen und zu realisieren. Die Dicke der Dichtungsbahnen muss bei Abdichtungen aus Kunststoff mindestens 1,8mm betragen.

... und den Flachdachaufbau

Bei der Integration eines Gefälles sind auch in Bezug auf die Materialien zentrale Punkte zu beachten: Im Falle einer Begrünung ist eine Drainageschicht einzubauen, zudem sind die Dachwassereinläufe mindestens 20mm abzusenken. Tagesabschottungen müssen unterlaufsicher ausgeführt werden, dabei ist für jedes Abschottungsfeld mindestens ein Kontrollstutzen einzubauen. Zudem ist zu beachten, dass ein Gegengefälle bei Dächern mit einer Wärmedämmung über der Abdichtung nicht zulässig ist.

Insgesamt verlangt der Einbau des erforderlichen Gefälles eine professionelle, sorgfältige Planung und Umsetzung durch die Spezialisten der Pilatus Flachdach AG. Gerne stehen wir Ihnen für Ihre Fragen und Anfragen persönlich zur Verfügung: info@pilatus-flachdach.ch

 

Zurück